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Auszug - Anfragen gem. § 26 Geschäftsordnung der Stadtverordnetenversammlung  

 
 
13. öffentlichen Sitzung der Stadtverordnetenversammlung der Stadt Rödermark
TOP: Ö 3
Gremium: Stadtverordnetenversammlung der Stadt Rödermark Beschlussart: (offen)
Datum: Di, 18.06.2002 Status: öffentlich
Zeit: 19:30 - 22:35 Anlass: ordentliche Sitzung
Raum: Halle Urberach (Mehrzweckraum)
Ort: Am Schellbusch 1, 63322 Rödermark
 
Wortprotokoll

Die Stadtverordnetenvorsteherin verliest die Anfrage der SPD-Fraktion zum Thema der Förderung der Integration behinderter Mens

Die Stadtverordnetenvorsteherin verliest die Anfrage der SPD-Fraktion zum Thema der Förderung der Integration behinderter Menschen:

 

Im Dezember 2000 beschloss die Stadtverordnetenversammlung auf Antrag der SPD, dass der Magistrat einen "Runden Tisch" zum Thema Integration behinderter Menschen in Rödermark gründet, mit dem Ziel die Lebensumstände Behinderter in Rödermark dauerhaft zu verbessern. Ihm sollten alle mit der Betreuung von behinderten Menschen in und aus Rödermark befassten Vereine, Organisationen und Selbsthilfegruppen angehören. Diesen Gesprächskreis hielt der Magistrat nach Nachfrage im August vergangenen Jahres für nicht mehr notwendig, weil ihn andere Organisationen ersetzten.

 

1.         Welche Organisation(en) oder Gremien beschäftigen sich derzeit in Rödermark und in welcher Form der Kooperation mit dem Magistrat mit der Verbesserung der Lebensumstände Behinderter?

 

2.         Welche konkreten Maßnahmen sind durchgeführt, kurz vor der Umsetzung und/oder in Planung, um die Situation behinderter Menschen in Rödermark und in welcher Weise zu verbessern?

 

Bürgermeister Maurer beantwortet die Anfrage wie folgt:

 

Ich habe eine sehr ausführliche Stellungnahme von meinem zuständigen Amt. Ich will auch hier versuchen, das etwas zu straffen. Bitte fragen Sie nach, wenn Sie nochentsprechenden Fragebedarf haben. Im Einzelnen sind folgende Einrichtungen, die für Behinderte zuständig sind, hier bei uns. Und zwar die Behindertenhilfe in Stadt und Kreis Offenbach, die Lebenshilfe Dieburg e.V., die auswärtigen Träger von Veranstaltungen und Freizeiten für Behinderte, also z.B. an der Januzs-Korczak-Schule oder an der Erich-Kästner-Schule, die Fraternität, der VdK-Ortsverband und der Betreuerkreis für die Behinderten in Rödermark. Was die im Einzelnen tun, wenn Sie es wissen wollen, fragen Sie bitte nach.

Jetzt konkret zur Frage 1:

Die Kooperation mit den angegebenen Organisationen bzw. Selbsthilfegruppen besteht darin, Behinderten und von Behinderung bedrohten Menschen Hilfestellung zu geben und alle Beteiligten intensiv in die Beratungsprozesse einzubinden.

Seit dem Juli 2001 gibt es für behinderte Menschen ein neues Recht, das Sozialgesetzbuch 9. Es verbessert die Situation der Behinderten von Grund auf und strebt eine gemeinsame Servicestelle an.

Eine wichtige Neuerung für schwerbehinderte Menschen ist der Rechtsanspruch auf Arbeitsassistenz, das bedeutet direkte persönliche Hilfe. Der Sozialdienst der Stadt konnte hier bereits als Vermittler tätig werden. Eine Vorlesekraft für einen stark sehrbehinderten Mann für die Wiedereingliederung ins Arbeitsleben sowie die Vermittlung eines Dolmetschers für die Gebärdensprache, um gehörlosen Eltern die Möglichkeit der Teilnahme an einem Elternabend zugeben oder ähnliche Dinge sind im Sozialen Dienst bei uns schon realisiert worden.

Weitere konkrete Maßnahmen sind, hier vor Ort, die regelmäßigen Treffs mit den zuvor benannten Behindertengruppen. An den Sozialen Dienst der Stadt und der Koordinierungsstelle Wohnen der Behindertenhilfe in Stadt und Kreis Offenbach wurden im vergangenen Jahr sechs Anfragen von Menschen für Betreutes Wohnen gestellt. Vier weitere Personen stellten eine Anfrage zur Vermittlung einer behindertengerechten Wohnung. Erste Informations- und Orientierungsgespräche zum Wohnungsangebot für Menschen mit den unterschiedlichsten Behinderungen fanden in Wohnprojekten mit den Angeboten des Betreuten Einzelwohnens sowie stationären Wohneinrichtungen für mehrfachbehinderte Menschen statt. Außerdem konnte mehreren psychisch Kranken ein gemeinsames betreutes Wohnen angeboten werden. Ansprechpartner hierfür ist die psychosoziale Beratungsstelle "Die Brücke".

 

Die Errichtung einer vom Verein "Gemeinsam mit Behinderten" geplanten Wohngruppe in Rodgau mit 14 Plätzen in der Trägerschaft des Vereins für Behindertenhilfe wird von Seiten des Landesverbandes aus Kostengründen problematisch erachtet. Eine endgültige Klärung steht noch aus. Angehörige aus Rödermark haben sehr starkes Interesse an diesem Wohnprojekt.

 

Im Kreis, ich hatte vorhin schon einmal auf die Servicestelle hingewiesen, im Kreis existiert zur Zeit die Leitstelle "Älter werden", die sich auch um diese Themen, Probleme befasst und die Fachstelle Behindertenhilfe und die Fachstelle Wohnen für Behinderte. Mit diesen Fachstellen sind wir in engem Einvernehmen.